Ich möchte keine Beautymarke sein

Ich möchte keine Beautymarke sein

Ich möchte keine Beautymarke sein - NO PLANET B

Ich möchte keine Beautymarke sein - NO PLANET B

 

Ich möchte keine Beautymarke sein. So. Jetzt habe ich es gesagt. Nicht, weil ich zwingend gegen Beautymarken bin, sondern weil mich der Begriff in Bezug auf NO PLANET B einfach verwirrt. Als wir die Marke gegründet haben, wollten wir mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen. Es ging nicht darum, die Mega-Claims zu haben, die geilste Werbung oder um die meist-gefragte Influencerin. Es ging uns vielmehr um die Frage, warum die Kosmetikindustrie so verschwenderisch sein muss. Plastikverpackung aus frischem Erdöl, mit Goldverzierung, unnötig schweren Kappen und Verschlüssen und natürlich die ewige Jagd die Claims der Konkurrenz zu überbieten und die exotischsten Inhaltsstoffen als Erste zu präsentieren. Diese Welt kenne ich sehr gut, und wir haben sie mit NO PLANET B bewusst abgelehnt.

Wir waren am Wochenende wieder auf der GLOW eingeladen. Neben tollen Marken wie Pandoo, Weleda und I+M Berlin, die wie wir versucht haben, die Besucherinnen für Nachhaltigkeit zu begeistern, war um uns herum viel Verschwendung. Marken schmissen gerade so mit Gratis-Produkten um sich. Dies klingt so weit so, als wollten wir nur auf die Barrikaden gehen und der Beauty Industrie den Mittelfinger entgegenstrecken. Stimmt aber auch nicht. Wir verstehen uns als eine freundliche Marke. Eine, die gerne mit Dir reden will, mit Dir über Sinn und Unsinn in der Beautywelt debattieren und von Dir hören möchte, was Dich bewegt. Ich verstehe mich nicht als „Beauty-Frau“, auch wenn ich mich sehr für die Kosmetik interessiere. Ganz ehrlich, die meisten Männer brauchen länger im Bad als ich! Gesicht waschen, Zähneputzen, Make-Up drauf, Haare hoch. So sieht mein „Beauty-Ritual“ täglich aus - und alle zwei Tage, ab unter die Dusche. Ich vermute, ich bin mit meiner Routine nicht alleine, egal wie sehr Social Media uns dazu zwingen will, die 50 Top Tipps für ein makelloses Aussehen zu followen. Ich habe keine Zeit. Das Leben für mich spielt jenseits vom Spiegel eine viel wichtigere Rolle. Was uns in der Kosmetikindustrie interessiert sind die Inhaltsstoffe, die Prozesse, das Geschehen hinter den Kulissen und vor allem, der Impact auf die Umwelt.

Wir verstehen uns selbst als ein erster Schritt Richtung bewussten Konsum. Wir wollen ein unglaublich qualitativ-hochwertiges Produkt für einen sehr kleinen Preis anbieten, damit alle sich Green Beauty leisten können. Deswegen haben wir NO PLANET B gegründet. Deswegen reden wir so gerne mit Menschen, die mit uns ins Gespräch treten oder uns kontaktieren. Deswegen antworten wir jeden ernstgemeinten Kommentar persönlich, egal ob Lob, Kritik oder Anregung. Wir haben in den letzten Wochen viel Lob bekommen für das Konzept von NO PLANET B, aber immer wieder kritische Stimmen in Bezug auf die braune Flasche. Sie ist scheinbar zu krass braun für die Beauty-Welt. Wir hatten unsere Gründe für die Farbe, aber wenn wir ganz ehrlich sind, die Flasche ist dunkler ausgefallen, als wir uns vorgestellt hatten. Wir sind auf der Suche nach Alternativen, aber Naturkosmetik kann man nicht über Nacht verändern. Die Vorlaufszeiten um alleine die Farbe zu verändern sind mindestens 9 Monate, um die Stabilität der Formulierung zu garantieren. Wer nicht an der Farbe vorbeisehen kann, hat zum Glück gute Alternativen. Wem die Flasche gefällt, oder die Mission dahinter sowieso wichtiger ist, dem sagen wir danke. Wir schätzen alle, die mit uns auf der Reise begleiten, eine nachhaltige Pflegemarke zu zweit aufzubauen. Trotz Stolpersteinen, Umwegen, Kompromissen und viel „mal wieder was gelernt“ wollen wir schlicht und ergreifend ein tolles Produkt, für einen erschwinglichen Preis anbieten, was unsere Umwelt so wenig zur Last fällt wie möglich. Wer sich mit uns pflegt, soll sich schön fühlen. Aber wenn ich bitten darf, ich möchte keine Beautymarke sein. Jessie - Gründerin von NO PLANET B