5 Dinge, die ich als Gründer von Extinction Rebellion gelernt habe

Extinction Rebellion No Planet B Gründer

Extinction Rebellion

5 Dinge, die ich als Gründer gelernt habe

Unser selbst gemaltes Protestschild liegt traurig in der Ecke unserer Küche. Ende April ging die Protestwelle von Extinction Rebellion hier in London vorerst zu Ende. Es war inspierend dabei gewesen zu sein – für mich als Bürger, aber genauso als Gründer von NO PLANET B. Die Menschen, denen ich dort begegnet bin, haben mich einfach beieindruckt. Es war eine bunte Mischung aus Menschen, die eins verbindet – den Wunsch für unseren Planeten die Stimme zu erheben. Es waren Angestellte, Musiker, Lehrer, Sportler, Handwerker, Banker, Künstler – Menschen mit den unterschiedlichsten Berufen. Genauso auffällig war die Tatsache, dass die Frauen in der Mehrheit waren. Grüner Protest ist zu einem großen Teil weiblich. Und ebenso zieht er Menschen mit den unterschiedlichsten Hautfarben und Religionen an. Die Sorge um unserer Planeten verbindet sie alle, denn alle Sitzen in einem Boot und das Boot heißt Mutter Erde. 

Extinction Rebellion ist für mich eine Bewegung, von der gerade Marken mit einer sozialen Mission eine ganze Menge lernen können. Hier die fünf Dinge, die ich als Unternehmer von Extinction Rebellion gelernt habe: 

Alle machen mit… gegenseitige Unterstützung bei Extinction Rebellion

Alle machen mit… gegenseitige Unterstützung bei Extinction Rebellion

1. Da wo alle eine gemeinsame Mission teilen, braucht es keine klassichen Hierachien 

Eine Aktivistin, die zwischenzeitlich von der Polizei festgenommen wurde, erzählt uns von dem Verhöhr durch die Polizei. Die Polizei habe sie sehr respektvoll behandelt und am Ende gesagt: „Ich weiß nicht wie ihr es gemacht habt, aber ich habe hier in London noch keine Proteste erlebt, die so gut organsiert waren.“ Was für ein Kompliment, für eine Bewegung, die komplett auf Autonomie der Teilnehmer setzt und dezentral aufgestellt ist! Jeder kann im Sinne der Mission Entscheidung treffen, weil alle an ein und dieselbe Mission glauben. 

Klare Forderungen und Verhaltensregeln bei Extinction Rebellion - z.B. kein Alkohol oder keine Gewalt

Klare Forderungen und Verhaltensregeln bei Extinction Rebellion - z.B. kein Alkohol oder keine Gewalt

2. Eine gemeinsame Mission und der Weg dahin muss für alle klar definiert sein 

Die Mission liest sich einfach und klar: Extinction Rebellion is an international movement that uses non-violent civil disobedience to achieve radical change in order to minimise the risk of human extinction and ecological collapse.Wer sich den besetzten Plätzen und Brücken an den Protesttagen näherte, der wurde sofort mit den Prinzipien von Extinction Rebellion vertraut gemacht. Große Banner zeigten die Grundprinzipien von den das wichtigste „No-Violence“ war. Ein schwarzer Block, der im Anschluss im Mittelpunkt der Berichterstattung steht? Fehlanzeige! Außerdem wurde auf den Bannern deutlich gemacht, dass wirklich jeder willkommen ist unabhängig von Religion, Hautfarbe oder Geschlecht. Insgesamt zehn klare Prinzipien leiten das Handeln von Extinction Rebellion. Im Rahmen dessen darf jeder wie es die Aktivistin sagte „Boss“ sein. Als Unternehmer muss es das Ziel sein, genau so eine Eigenverantwortung bei den Mitarbeitern zu erreichen. 

Die Sanduhr als klares Symbol für sofortiges Handeln

Die Sanduhr als klares Symbol für sofortiges Handeln

3. Finde ein unmissverständliches Symbol für Deine Mission 

Die Proteste von Extinction Rebellion waren nicht aufgrund der Prinzipien für jeden schnell zu verstehen. Auch das Symbol der Bewegung war clever gewählt und eindeutig in der Aussage. Es war die Sanduhr. Sie steht sympolisch für die Dringlichkeit des Problems. Die Zeit läuft ab für den Planeten! Lange Zeit hatte man in der öffentlichen Meinung den Eindruck, dass Klimaschutz zwar ein wichtiges aber nicht wirklich dringendes Problem war. Diese Zeit ist vorbei und die Sanduhr als Symbol dokumentiert dies unmissverständlich.

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4. Handele so, dass sogar Deine Gegner zu Deinen Freunden werden 

Die Polizei hatte während der Proteste in London die undankbare Aufgabe, relativ wahrlos auf den besetzten Flächen Aktivisten festzunehmen. So wurden neben uns auch siebzig Jahre alte Damen und ältere Herren an Armen und Beinen davongetragen. Bei vielen anderen Demontrationen hätte dies zu großen Konflikten geführt. Die Aktivisten von Extinction Rebellion sind aber gegenüber der Polizei absolut respektvoll aufgetreten. Immer wurde den Polisten gegenüber betont, dass man jede Form von Gewalt ablehnt und dass man diese Protest auch für die Kinder der Polizisten machen würde. Kein Wunder, dass in den sozialen Medien irgendwann Bilder auftauchten, die Polizisten zeigten, die zwischendurch sogar mit Aktivisten am Tanzen waren. Auch jede Marke, jedes Unternehmen und oft sogar jede Abteilung innerhalb eines Unternehmens hat ihre „Gegner“. Ihnen mit so viel Respekt zu begegnen, wie die Aktivisten von Extinction Rebellion der Polizei zeigt wahre Größe. Dieser Respekt ist der Schlüssel für Kooperation, selbst zwischen Parteien, die unterschiedliche Ziele verfolgen. 

Familienausflug der anderen Art - Extinction Rebellion vereint jung und alt mit Festival Flair und Kreativität

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5. Die Welt zu retten kann und muss Spaß machen! 

Protestbewegungen für eine bessere Welt gab es in der Vergangenheit unzählige. Aber selten hat das Weltretten wohl so viel Spaß gemacht. Extinction Rebellion war eine Mischung aus Demo und Party. Eine Demo mit viel live Musik, tanzenden Menschen und glücklichen Gesichtern. Extinction Rebellion erzeugt als Bewegung einen positiven Sog – man möcht dabei sein. Es ist weniger das schlechte Gewissen oder ein Pflichtgefühl, dass einen dort hintreibt, als vielmehr die Freude dabei zu sein. Wenn wir den Planeten retten wollen, dann ist diese positive Energie der Schlüssel! Gerade Marken mit einer sozialen Mission müssen es schaffen, diesen Sog zu erzeugen und nicht darauf hoffen, dass das schlechte Gewissen ihnen die Kunden in die Arme treibt. 

Sebastian